Seminarberichte 2016

Taikai des Budo Studien Kreises 10 -11.09.2016

Vom 10. bis 11. September 2016 fand das alljährliche Treffen der interessierten BSK-Mitglieder (auch genannt Taikai) in der Walderholung Speyer statt. Zusätzlich zu den eigentlichen Mitgliedern befanden sich in der großen Gruppe auch Eltern und weitere Familienangehörige.

Neben dem persönlichen Kennenlernen stand für mich auch das Hineinschnuppern in die verschiedenen Kampfkünste im Mittelpunkt. Gemeinsam übten alle am Samstag Elemente des Affen Qi Gong und im Anschluss Selbstverteidigungstechniken mit einem Partner. Am Sonntag teilten wir uns in verschiedene Gruppen, um unter den Lehrern des BSK beispielsweise Karate, Ninjutsu oder Sai zu üben. Ich entschied mich für das Training in Qi Gong und lernte hierbei Auszüge der verschiedenen Tierformen kennen, die wir in Grundhaltungen und Meditationsschritten übten. Bei der abschließenden Frage in die Runde, welches Tier einem am besten gefallen hatte, fiel meine Wahl ohne große Überlegung auf den Vogel, der sich mit seinen „federleichten“ Bewegungen als angenehmer Kontrast zu meiner sonst sehr angespannten Haltung angefühlt hatte.

Am Samstagnachmittag begannen die Vorbereitungen zum abendlichen Essen und der Aufbau zur Vorführungsrunde. Auch, wenn es über das gesamte Wochenende viel zu tun gab, gab es immer noch mehr Hände, die hilfsbereit zupackten, wo gerade etwas anfiel. Zur Vorführung hatten sich auch meine beiden Vereinskollegen, mit denen ich das Taikai besuchte, gemeldet. Das leichte „Lampenfieber“, das in den letzten Übungen vor der Vorführung noch zu spüren war, schien wie weggeblasen, als beide voller Konzentration und Stärke gemeinsam vor dem großen Publikum ihr „Kihon Ippon Kumite“ präsentierten. Erst, als mit dem Einsetzen des Applauses die Anspannung von mir abfiel merkte ich, wie sehr ich mit den beiden mit gefiebert hatte.

Den Samstagabend verbrachten wir mit verschiedenen Gesprächen am und um das Lagerfeuer, die in einer unterhaltsamen „Cocktailrunde“ versackten. In herzlicher und freundschaftlicher Atmosphäre fuhren wir erst am sehr späten Abend heim, um für den kommenden Tag neue Kräfte zu sammeln.

Jessica T.
Sakura Budo Dojo

Trainingslager in Seibersbach 02.09.-04.09.2016

training1Dieses Jahr sind wir krankheitsbedingt nur als sehr kleine Gruppe „alter Hasen“ nach Seibersbach aufgebrochen. Die Trainingseinheiten setzten sich aus kata, goshin, jiyu, kihon und kobudo zusammen und waren jedenfalls für mich bereits eine motorische Herausforderungen. Daneben ermahnte uns sensei Daniel, dass wir trotz unserer Vertrautheit  alles geben und uns nicht darauf verlassen sollten, dass der andere schon nicht treffen wird bzw. wir selbst nicht nur halbherzig angreifen sollten. Wir nähmen uns dadurch selbst die Möglichkeit besser zu werden.

Auf der anderen Seite war die Atmosphäre diese Jahr sehr harmonisch trotz des üblichen Schlafmangels, den Verpflichtungen durch die Selbstversorgung und der Tatsache, dass wir alle unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Werten und Erwartungen sind. Bestes Beispiel ist wohl, dass es obwohl es dieses Jahr keine festgelegte Aufgabenteilung gab, sich jeder freiwillig zu gleichen Teilen eingebracht hat. Bildlich kann man das vielleicht mit einem Fußballteam vergleichen. Jeder hat entsprechend seiner Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit eine Position eingenommen und die dazugehörigen Aufgaben übernommen. Aber wie beim Fußball reicht es nicht, nur seine Position zu halten sondern die Zusammenarbeit mit den anderen ist zentral, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Dadurch wird sie aber auch zu einer immerwährende Herausforderung. Sie verlangt von mir eine Auseinandersetzung mit mir selbst. In einem ersten Schritt muss ich mir darüber klar werden, zumindest ansatzweise, wer ich eigentlich bin, was meine Stärken und Schwächen sind. Dementsprechend wähle ich meinen Platz bzw. bekomme ihn zuerst von den anderen zugewiesen.

training2In einem zweiten Schritt kommt es dann zu einer Interaktion mit dem anderen. Hier werde ich gezwungen mich selbst zu hinterfragen. Dafür gibt es zwei Ausgangspunkte zum einen kann ich mich in Teilen der Persönlichkeit des anderen spiegeln und bin damit jedenfalls zum Teil mit meinen eigenen wahrgenommenen Stärken aber auch Schwächen konfrontiert. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann sehe ich im anderen das, was mich an mir selbst stört. Aus meiner Sicht kann ich daran wachsen, wenn es mir gelingt den anderen liebevoll anzunehmen. Ich komme mir dadurch selbst näher, wodurch unter Umständen sogar aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke werden kann.

In der zweiten Option spiegele ich mich nicht oder weniger im anderen. Ich sehe andere Eigenschaften, die ich selbst nicht habe, die mir vielleicht fehlen, die ich mir wünsche oder welche die ich vielleicht gar nicht haben möchte. Hier lerne ich direkt vom anderen, indem ich ihn beobachte, indem ich versuche ihn zu verstehen, aber auch indem der andere seine Erfahrungen mit mir teilt oder mir bewusst oder unbewusst Impulse gibt mich neu zu orientieren oder zu öffnen. Dafür muss ich vertrauen eventuell muss ich mich sogar dem anderen ganz anvertrauen und verletzlich sein. Auf der anderen Seite lerne ich aber auch mich gegenüber dem anderen abzugrenzen. Ich lerne mir selbst zu vertrauen und mich wertzuschätzen, indem ich Grenzen setze: Wie weit lasse ich den anderen zu? Was ist so sehr ein Teil von mir, dass es wert  ist bewahrt zu werden?

training3In beiden Fällen, spiegeln oder nicht, schließt sich jetzt ein Kreis, da ich mich selbst neu definiere und anders wahrnehme, wodurch sich wieder eine neue Form der Begegnung mit dem anderen ergibt. Ein ständiger Prozess. Wie sensei Daniel im Rückblick auf das Trainingslager betont hat, ist dieser Prozess aber nur in einem Rahmen möglich, indem man sich Respekt und Wertschätzung entgegenbringt, auch oder gerade weil der andere Schwächen hat, wie ich selbst.

Bezieht man das jetzt wieder zurück auf das Karatetraining, dann habe ich jetzt zum ersten Mal verstanden, dass ich dem anderen aber auch mir selbst nicht den nötigen Respekt entgegenbringe, wenn ich nicht zumindest versuche mein Bestes zu geben.

Abschließend kann ich sagen, dass es aus meiner Sicht ein sehr schönes Trainingslager war (wie immer).

K.T
Sakura Budo Dojo 



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